Kosten und Nutzen digitaler Tachographen

Tachograph

Von Julia Watts | Content Manager

Etwa jeder fünfte schwere Verkehrsunfall ist auf Müdigkeit am Steuer zurückzuführen. Am längsten ununterbrochen unterwegs sind natürlich die Fahrer von Nutzfahrzeugen. Aus diesem Grund hat die EU Höchstzeiten für Fahrer von Güter- und Personenkraftfahrzeugen festgelegt, bis zu denen sie ohne Pause fahren dürfen.

Tachographen sind Geräte, die in Nutzfahrzeugen angebracht sind und die Geschwindigkeiten und Wegstrecke im Zeitablauf sowie die Lenkzeiten des Fahrers aufzeichnen. Die gesammelten Daten müssen für die zuständigen Behörden (das Bundesamt für Güterverkehr) auf Anforderung verfügbar sein.


Analoge und digitale Tachographen

Jahrelang waren Tachographen analog. Sie zeichneten Geschwindigkeiten, Wegstrecke und Fahreraktivität auf einer selbstbeschriftenden Papierscheibe auf, die alle 24 Stunden gewechselt wurde. Diese Methode war umständlich und fehleranfällig, denn der Fahrer musste die Tachoscheiben jeden Tag wechseln und bestimmte Informationen handschriftlich auf der Scheibe notieren (seinen Namen, das Datum usw.). Außerdem mussten die Scheiben eingesammelt und gelagert werden.

Das Fälschen von Daten war bei analogen Tachographen gang und gäbe: Fahrer und Fahrzeugbetreiber fanden zum Beispiel verschiedene Wege durch Kurzschluss der Geräte Datenverlust zu erzeugen, um das System zu umgehen. Auch die Art, wie sich die Tachoscheiben bewegten, bot Spielraum für Manipulationen, damit die Fahrer mehr als erlaubt arbeiten konnten.

Moderne Tachographen sind digital, leichter in der Handhabung und weniger anfällig für Benutzerfehler und Manipulationen. Jeder Fahrer hat seine eigene, persönliche Karte, die er vor Fahrtbeginn in das Kontrollgerät steckt. Fahreraktivität, Wegstrecke und Geschwindigkeiten werden mittels Flash-Speicher aufgezeichnet. Das Kontrollgerät verfügt darüber hinaus über eigene Speicherbänke, um dieselben Daten zu speichern. Die Verkehrsbehörden schreiben den Betreibern vor, die Daten von den Fahrerkarten und den Kontrollgeräten regelmäßig herunterzuladen und sie für eine Mindestdauer zu speichern (in der Regel 12 Monate).

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Geschäftsvorteile von digitalen Tachographen

Der Hauptvorteil, wenn Sie als Fahrzeugbetreiber in Ihren Güter- und Personenkraftfahrzeugen Tachographen installieren, ist die Einhaltung der Gesetze. Das für die Kontrollen zuständige Bundesamt für Güterverkehr (BAG) kann Sanktionen gegen Fahrer verhängen, die gegen das Gesetz verstoßen, und sie an der Weiterfahrt hindern, wenn sie die Strafe nicht sofort zahlen können. Es ist daher wichtig, dass Ihre Fahrer über die Gesetze zu Arbeits- und Ruhezeiten und das Verhalten bei einer BAG-Inspektion hinreichend geschult sind.

Es gibt aber noch weitere Vorteile, Mitglied des Tachographensystems zu werden. Moderne Tachographen sind schwer zu manipulieren. Für Ihre Konkurrenten gelten daher dieselben Vorschriften mit Blick auf die Arbeitszeiten der Fahrer wie für Sie.

Ist der Tachograph mit einem Fahrzeugortungssystem verbunden, profitieren Sie von:

  • erhöhter Produktivität und Treibstoffeinsparungen durch das Tracking des Fahrerverhaltens
  • optimierter Kundenbetreuung durch verbesserte Routenplanung und Ortung in Echtzeit
  • besserer Effizienz durch Aufzeichnung der Fahrzeugdaten.

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Digitale Tachographen: Regeln und Bestimmungen

Bei den Gesetzen über die Arbeitszeiten von Kraftfahrern gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Rechtssystemen. Die Regeln für eine bestimmte Fahrt hängen von der Fahrzeugart und den beteiligten Ländern ab. Eine Fahrt, die in Deutschland beginnt, fällt unter das deutsche Recht, unter das EU-Recht und unter das Recht jedes durchfahrenen Landes oder unter die AETR-Vorschriften (AETR ist ein separates Abkommen zwischen 17 nichteuropäischen Ländern, darunter auch die Türkei und Ukraine).

Die EU reguliert die Lenkzeiten: u. a. maximale Lenkzeiten von 9 Stunden pro Tag (die jedoch zweimal die Woche auf 10 Stunden erweitert werden können); von 56 Stunden in einer Woche oder von 90 Stunden in einer Doppelwoche.

Ebenfalls geregelt sind die Ruhezeiten: mindestens 45 Minuten Pause alle 4,5 Stunden Lenkzeit; mindestens 45 Stunden zusammenhängende Ruhezeit pro Woche; in einer Doppelwoche eine Ruhezeit von 24 Stunden und eine Ruhezeit von 45 Stunden.

Das deutsche Recht schreibt darüber hinaus vor, wo diese Ruhezeit zu nehmen ist. Die wöchentliche Ruhezeit von 45 Stunden ist außerhalb des Fahrzeugs und nicht in der Fahrerkabine zu verbringen. Verstöße gegen diese Bestimmungen werden mit einer Strafe von 1.500 Euro für das Unternehmen und 500 Euro für den Fahrer geahndet. Letzterer muss jedoch auf frischer Tat ertappt werden, um eine Strafe zu bekommen.

Das Unternehmen ist für den Download und die Speicherung der Fahrerdaten verantwortlich. Die Daten müssen spätestens alle 28 Tage von der Fahrerkarte und alle 90 Tage vom Kontrollgerät geladen werden.


Wann brauchen Sie einen Tachographen?

Wenn das von Ihnen betriebene Fahrzeug ein Gesamtgewicht (inkl. Ladung) von über 3,5 Tonnen hat und entweder unter die EU- oder unter die AETR-Bestimmungen zu Lenkzeiten fällt, müssen Sie einen Tachographen installieren. Darüber hinaus müssen alle Nutzfahrzeuge mit einem Zulassungsdatum ab dem 1. Mai 2006 mit einem digitalen Tachographen ausgerüstet werden.

In den Zuständigkeitsbereich der Fahrer fallen der ordnungsgemäße Betrieb der Kontrollgeräte und der Fahrerkarten während der Fahrt. Die Fahrzeugbetreiber müssen sich um die Installation, Wartung und Datenspeicherung der Tachographen kümmern. Die Regeln für Güterfahrzeuge und die für Personenkraftfahrzeuge unterscheiden sich geringfügig. In beiden Fällen ist die Installation, Kalibrierung und Versiegelung der Tachographen durch den Fahrzeughersteller oder einen zugelassenen Lieferanten vorgeschrieben.

Alle Fahrer von mit digitalen Tachographen ausgestatteten Lastkraftwagen müssen außerdem eine persönliche Fahrerkarte verwenden, die sie in der Regel selbst bezahlen.


Was kostet ein digitaler Tachograph?

Eigenständige Tachographen kosten bis zu 600 Euro. Eine Fuhrparkmanagement-Software umfasst mitunter eine Tachographenfunktion und -kompatibilität und bietet damit auch alle anderen Vorteile wie höhere Fahrereffizienz und Kosteneinsparungen.

Jeder Fahrer muss eine eigene Fahrerkarte haben. Diese ist beim Kraftfahrt-Bundesamt für rund 30–40 Euro erhältlich

Betreiber können digitale Fahrerkarten für ihre Fahrer beantragen. Dabei ist jedoch jeder Antrag separat einzureichen.

Das Unternehmen benötigt außerdem eine eigene Karte, um die Daten von den Tachographen in seinen Fahrzeugen auszulesen.


Fahrzeugortungssysteme mit integriertem digitalen Tachographen

In den meisten Fahrzeugortungssystemen für Flotten ist standardmäßig ein Tachograph integriert. Für die Datenübertragung an diese Systeme verfügen digitale Tachographen über einen Kommunikationsport.

Nach der Installation stehen die Daten vom Tachographen zusammen mit den anderen Daten zur Verfügung. Der Zugriff und Download erfolgen in der Regel über ein Onlineportal. Der Tachograph zeigt den aktuellen Arbeitsstatus Ihres Fahrers, die verbleibende Strecke und die restlichen Lenkstunden an. Diese Informationen ermöglichen eine bessere Planung sowie kurzfristige Planänderungen. Sie haben zudem die Möglichkeit, durch Benachrichtigungen gewarnt zu werden, wenn Ihre Fahrer die erlaubten Stunden oder Geschwindigkeitsbegrenzungen überschreiten, um eingreifen zu können.

Durch eine weitere Einstellung werden die Lenkzeiten automatisch in Zeiterfassungstabellen eingefügt. Das macht die Erstellung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen noch effizienter.

Ein Fahrzeugortungssystem kann zwar separat gekauft werden, in den meisten Fällen wird es jedoch als Service verkauft, der auch die Bereitstellung der Ausrüstung für die Fahrzeugortung sowie den Datenzugriff über ein Onlineportal oder eine Programmierschnittstelle (API) umfasst.


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Preise für Systeme mit integriertem Tachographen

Fahrzeugortungssysteme mit integriertem Tachographen sind im mittleren bis hohen Preissegment angesiedelt.

Die Preise für das Leasing von Fahrzeugortungssystemen mit integriertem Tachographen beginnen bei etwa 20 Euro pro Monat und Fahrzeug.

Da die Anzahl der Fahrzeuge in einer Flotte stark variiert, gibt es bei den angegebenen Preisen häufig noch Verhandlungsspielraum. Es ist also immer ratsam, Angebote von mehreren Anbietern einzuholen.

Die richtige Tachographenausrüstung für Ihr Unternehmen zu finden kann zeitaufwendig sein. Unser Vergleichsservice nimmt Ihnen diese Arbeit ab. Geben Sie nur ein, was Sie suchen, und wir finden die passenden Anbieter für Sie.

Julia Watts Content Manager

Specializing in business energy, fleet management and fuel cards, Julia’s here to help your company power up and get on the move. Having spent years working in the dynamic world of startup entrepreneurship, she loves creating content that might help exciting ventures, big or small, to flourish.

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